Ratgeber Nachlassauflösung

Erst sichern, dann räumen lassen

Zwischen alten Zeitungen und Kleidung liegen oft Papiere, die Erben noch dringend brauchen. Eine gezielte Suche vor der Räumung erspart Ihnen später viel Aufwand.

Warum die Suche vor der Räumung so wichtig ist

Nach einem Todesfall möchten viele Angehörige die Wohnung möglichst bald auflösen. Das ist verständlich, denn Miete und Nebenkosten laufen weiter, und der Anblick der vertrauten Räume tut weh. Trotzdem lohnt es sich, vor einer Nachlassauflösung einige Stunden in eine gezielte Suche zu investieren. Wer erbt, übernimmt auch Pflichten. Verträge müssen gekündigt, Konten aufgelöst und Versicherungen informiert werden. Dafür brauchen Sie Unterlagen, die oft nur in der Wohnung des verstorbenen Menschen liegen.

Ältere Menschen bewahren Papiere häufig an Orten auf, die man nicht sofort vermutet. Ein Sparbuch steckt im Wäscheschrank, der Rentenbescheid in einer Blechdose, ein Brief mit wichtigen Hinweisen zwischen den Seiten eines Buches. Ist die Wohnung erst geräumt, sind solche Dinge kaum noch zu finden.

Welche Unterlagen Erben häufig brauchen

Am wichtigsten sind ein Testament oder Erbvertrag, falls vorhanden, sowie Unterlagen zu Konten, Sparbüchern und Depots. Dazu kommen Versicherungspolicen, der Mietvertrag, Verträge mit Strom-, Telefon- und Internetanbietern, Rentenbescheide und Steuerunterlagen. Auch Schlüssel zu Keller, Garage, Briefkasten oder einem Schließfach gehören dazu. Notieren Sie, was Sie gefunden haben und was noch fehlt. Diese Liste hilft Ihnen bei den Behördengängen und uns bei der Planung der Räumung.

Denken Sie auch an digitale Spuren. Viele Verträge laufen heute über E-Mail oder Online-Konten, und Rechnungen kommen nicht mehr per Post. Ein Notizbuch mit Zugangsdaten, ein Tablet oder ein Computer können deshalb wichtige Hinweise enthalten. Legen Sie solche Geräte vor der Räumung zur Seite, statt sie mit den übrigen Elektrogeräten abholen zu lassen.

So gehen Sie bei der Suche geordnet vor

Eine Wohnung voller Erinnerungen kann überfordern. Nehmen Sie sich deshalb nicht alles auf einmal vor, sondern arbeiten Sie Raum für Raum. Beginnen Sie dort, wo Papiere am wahrscheinlichsten liegen, also am Schreibtisch, im Wohnzimmerschrank und im Nachttisch. Stellen Sie sich einige Kartons bereit und beschriften Sie sie, zum Beispiel mit Finanzen, Verträge, Fotos und Unklar.

Junge Frau sitzt auf grauem Sofa und packt Kleidung in Umzugskartons

Fotos, Briefe und kleine Wertsachen

Neben Dokumenten sind es oft die kleinen Dinge, die später fehlen. Fotoalben, lose Bilder, Briefe, Tagebücher und Schmuck haben für die Familie einen Wert, der sich nicht in Geld ausdrücken lässt. Sammeln Sie diese Dinge an einem Ort und entscheiden Sie erst später in Ruhe, wer was behalten möchte. Auch Bargeld, Uhren oder Münzen sollten Sie vor der Räumung an sich nehmen und für die Miterben festhalten.

Gibt es mehrere Erben, ist es sinnvoll, die Suche gemeinsam zu machen oder zumindest zu notieren, was gefunden wurde. Ein paar Fotos mit dem Handy reichen dafür oft aus. So entsteht gar nicht erst der Eindruck, jemand habe sich etwas genommen.

Gehen Sie auch in Keller, Dachboden und Garage. Dort stehen oft Kisten mit alten Unterlagen, Ordner mit Kontoauszügen oder Fotoalben aus früheren Jahrzehnten. Nicht alles davon müssen Sie aufbewahren, aber einen Blick hinein sollten Sie werfen, bevor diese Räume geräumt werden.

Sehen Sie auch in Jackentaschen, Handtaschen, Büchern und unter Schubladeneinsätzen nach. An solchen Stellen tauchen Papiere und Bargeld öfter auf, als man denkt.

Was wir bei der Nachlassauflösung zusätzlich beachten

Auch nach gründlicher Suche bleibt manches unentdeckt. Deshalb sortieren wir bei jeder Nachlassauflösung aufmerksam. Finden wir Umschläge mit Papieren, Fotoalben, Briefe oder Schmuck, legen wir diese Dinge zur Seite und übergeben sie Ihnen nach der Räumung. Wenn Sie möchten, sprechen wir vorher ab, nach welchen Unterlagen wir besonders Ausschau halten sollen.

Bei der kostenlosen Besichtigung gehen wir gemeinsam durch alle Räume. Sie zeigen uns, was bereits gesichert ist und welche Möbel oder Gegenstände in der Familie bleiben. Diese Absprachen halten wir fest, damit am Räumungstag keine Missverständnisse entstehen. Möbel und Kisten, die stehen bleiben sollen, markieren Sie zusätzlich mit gut sichtbaren Zetteln.

Rechtliche Fragen vorher klären

Unterlagen zu sichern, damit nichts verloren geht, ist etwas anderes, als Gegenstände zu verkaufen oder zu entsorgen. Wer überlegt, die Erbschaft auszuschlagen, sollte mit Verkauf und Entsorgung warten, denn solche Handlungen können als Annahme des Erbes gewertet werden. Die Ausschlagungsfrist beträgt grundsätzlich sechs Wochen. Klären Sie das vorab mit dem Nachlassgericht oder einer Rechtsberatung. Erst wenn diese Frage beantwortet ist, sollte die eigentliche Nachlassauflösung beginnen.

Sind die wichtigsten Unterlagen gesichert und die rechtlichen Fragen geklärt, können Sie die Räumung mit gutem Gefühl in andere Hände geben. Oliver Hobiger begleitet Sie dabei als fester Ansprechpartner von der Besichtigung bis zur besenreinen Übergabe. Den Termin stimmen wir so ab, dass er zu Ihren übrigen Verpflichtungen passt.

Übersicht

Was aus einem Nachlass wohin geht

Gesicherte Unterlagen und Erinnerungen gehen an die Familie. Die Grafik zeigt, wie wir die übrigen Gegenstände eines Nachlasses sortieren.

NachlassWohnung, KellerFür die FamilieDokumente, Fotos, ErinnerungenAn Sie übergebenVerwertungMöbel, Werkzeug, SammlerstückeIm Angebot angerechnetEntsorgungHolz, Metall, Elektro, RestmüllFachgerecht entsorgt
Schematische Darstellung der Sortierung bei einer Nachlassauflösung. Der tatsächliche Ablauf richtet sich nach dem jeweiligen Nachlass und Ihren Wünschen.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Sichern von Unterlagen

Was mache ich, wenn ich kein Testament finde?

Dann gilt möglicherweise die gesetzliche Erbfolge, oder das Testament liegt an anderer Stelle. Ob ein Testament amtlich verwahrt wird, kann Ihnen das Nachlassgericht sagen. Lassen Sie sich dort oder von einer Rechtsberatung unterstützen.

Wie viel Zeit sollte ich für die Suche einplanen?

Das hängt von der Größe der Wohnung ab und davon, wie geordnet die Papiere sind. Planen Sie lieber einen ganzen Tag ein und nehmen Sie, wenn möglich, eine zweite Person mit.

Finden Sie bei der Räumung noch Dokumente?

Das kommt vor. Deshalb sortieren wir bei jeder Nachlassauflösung aufmerksam und legen Papiere, Fotos, Briefe und Schmuck zur Seite. Sie erhalten alles, was wir dabei finden, nach der Räumung von uns.

Was passiert mit Gegenständen, die niemand behalten möchte?

Verwertbare Stücke rechnen wir nach Möglichkeit im Angebot an. Der Rest wird nach Stoffgruppen getrennt und fachgerecht entsorgt. Persönliche Erinnerungsstücke verwerten wir grundsätzlich nicht, darüber sprechen wir vorher mit Ihnen.

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