Ratgeber Nachlassauflösung
Abschied nehmen von den Dingen eines Menschen
Kein Gegenstand ersetzt einen Menschen, und doch fällt es schwer, seine Sachen wegzugeben. Einen richtigen Weg gibt es nicht, aber einige Gedanken können die Entscheidung leichter machen.
Warum das Loslassen so schwerfällt
Die Lesebrille auf dem Nachttisch, die Strickjacke an der Garderobe, der Kalender mit den letzten Einträgen. Solche Dinge holen einen Menschen für einen Moment zurück. Wer sie weggibt, hat schnell das Gefühl, auch ein Stück Erinnerung aufzugeben. Dieses Gefühl ist normal, und es verdient Raum, bevor eine Nachlassauflösung beginnt.
Gleichzeitig kann niemand einen ganzen Haushalt in die eigene Wohnung übernehmen. Möbel, Kleidung, Geschirr und Bücher aus einem langen Leben füllen oft mehrere Räume. Es geht also nicht darum, alles zu behalten, sondern das Richtige.
Erinnerung hängt nicht an der Menge
Viele Angehörige merken, dass wenige ausgewählte Stücke mehr bedeuten als ein voller Keller. Eine einzelne Tasse aus dem Lieblingsservice wird im Alltag benutzt und erinnert jeden Tag. Zwölf Kisten auf dem Dachboden werden dagegen selten geöffnet. Fragen Sie sich bei jedem Gegenstand, ob er Ihnen eine Geschichte erzählt oder ob Sie ihn nur aus Pflichtgefühl behalten würden. Auch Kinder oder Enkel können bei der Auswahl helfen, denn sie verbinden oft ganz andere Dinge mit den Großeltern als die Erwachsenen.
Hinzu kommt, dass Trauer nicht nach Plan verläuft. An einem Tag fällt es leicht, Kleidung in Säcke zu packen, am nächsten bringt ein einzelner Brief alles zurück. Erlauben Sie sich eine Pause, wenn es zu viel wird. Niemand erwartet, dass Sie die Wohnung eines geliebten Menschen in einem Zug sortieren.
Praktische Hilfen für die Auswahl
Setzen Sie sich nicht unter Druck, alles an einem Tag zu entscheiden. Gehen Sie mehrmals durch die Wohnung, wenn das möglich ist, und lassen Sie sich von einer vertrauten Person begleiten. Manche Entscheidungen fallen leichter, wenn man sie ausspricht.
Drei Gruppen bilden
Eine einfache Einteilung kann helfen. In die erste Gruppe kommt, was Sie sicher behalten möchten. In die zweite kommt, was jemand anderes in der Familie oder im Freundeskreis bekommen soll. Die dritte Gruppe bilden die Dinge, die gehen dürfen. Wer unsicher ist, legt einen Gegenstand in eine Kiste mit der Aufschrift Bedenkzeit und entscheidet einige Wochen später noch einmal.
Fotos erleichtern das Loslassen. Ein Bild vom Wohnzimmer, wie es immer aussah, oder von der Werkbank im Keller bewahrt die Erinnerung, ohne dass Sie die Möbel aufheben müssen. Auch Briefe und Fotoalben lassen sich einscannen und so an alle Geschwister weitergeben.
Manche Familien geben einzelne Stücke bewusst weiter, etwa an Nachbarn, Freunde oder Menschen, die dem Verstorbenen nahestanden. Ein Werkzeug, das wieder benutzt wird, oder ein Buch, das jemand anderes liest, trägt die Erinnerung weiter. Fragen Sie ruhig im Umfeld nach, bevor Sie Dinge zur Räumung freigeben.
Fotografieren Sie die Räume, bevor sich etwas verändert. Diese Bilder sind später oft wertvoller, als man in den ersten Tagen nach einem Todesfall ahnt.
Was bei der Nachlassauflösung mit den übrigen Dingen geschieht
Viele Angehörige beruhigt es zu wissen, was aus den Sachen wird, die sie nicht behalten. Bei unserer Nachlassauflösung prüfen wir zunächst, ob Gegenstände noch verwertbar sind. Gut erhaltene Markenmöbel, Werkzeug oder Sammlerstücke rechnen wir nach Möglichkeit auf den Preis an. Alles andere trennen wir nach Stoffgruppen und bringen es zu den passenden Annahmestellen.
Persönliches bleibt persönlich
Persönliche Erinnerungsstücke verwerten wir grundsätzlich nicht. Fotos, Briefe, Dokumente und Dinge, die erkennbar eine persönliche Bedeutung haben, legen wir während der Räumung zur Seite und übergeben sie Ihnen. Möchten Sie bestimmte Stücke verschenken oder weitergeben, sprechen wir das bei der Besichtigung an.
Manche Angehörige fragen, ob sie einzelne Stücke auch nach der Räumung noch abholen können. Planen Sie das lieber andersherum. Alles, was bleiben soll, nehmen Sie vor dem Termin an sich oder markieren es deutlich. So geht nichts versehentlich verloren, und der Räumungstag verläuft ohne Unsicherheit.
Sie müssen bei der Räumung nicht dabei sein. Manche Angehörige möchten den Moment bewusst erleben, andere verabschieden sich lieber vorher in Ruhe von der Wohnung und geben uns die Schlüssel. Beides ist in Ordnung. Wir arbeiten ruhig und ohne Kommentare und behandeln die Dinge eines verstorbenen Menschen so, wie wir es uns für unsere eigenen Angehörigen wünschen würden.
Wenn Sie so weit sind, kommen wir zur kostenlosen Besichtigung und nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, auch für die, die nichts mit Möbeln und Kartons zu tun haben. Wie wir dabei vorgehen, lesen Sie auf unserer Seite zur Nachlassauflösung.
Übersicht
Für die Familie, zur Verwertung oder zur Entsorgung
Die Grafik zeigt, wie wir die Gegenstände eines Nachlasses in drei Gruppen sortieren. Erinnerungsstücke gehen dabei immer an die Familie.
Häufige Fragen zu Erinnerungsstücken
Wie viel Zeit sollte ich mir für die Auswahl lassen?
So viel, wie Sie brauchen und wie es die Umstände erlauben. Bei einer Mietwohnung gibt der Übergabetermin einen Rahmen vor. Planen Sie die Räumung so, dass vorher genug Zeit zum Aussuchen bleibt.
Was ist, wenn ich später etwas vermisse?
Nach einer Räumung lässt sich das leider nicht mehr ändern. Deshalb hilft eine Kiste für die Bedenkzeit. Unsicheres bleibt zunächst bei Ihnen, und Sie entscheiden einige Wochen später mit mehr Abstand.
Werden Fotos und Briefe bei der Räumung entsorgt?
Nein. Fotos, Briefe und persönliche Dokumente, die wir finden, legen wir zur Seite und übergeben sie Ihnen. Diese Dinge verwerten wir nicht und entsorgen sie auch nicht ohne Ihre Zustimmung.
Kann ich bei der Nachlassauflösung dabei sein?
Ja, das ist jederzeit möglich. Sie können aber auch fernbleiben und uns die Schlüssel übergeben. Wir richten uns nach Ihren Wünschen und halten Sie über den Stand der Räumung auf dem Laufenden.
Mehr aus unserem Ratgeber
Kostenlose Besichtigung und unverbindliches Angebot unter 0176 11001112 oder per Nachricht.

