Ratgeber Messie-Wohnung entrümpeln
Hilfe beginnt mit einem behutsamen Gespräch
Vielen Angehörigen fällt erst spät auf, wie es in der Wohnung von Vater, Mutter oder Bruder aussieht. Dann stellt sich die Frage, wie man helfen kann, ohne zu verletzen.
Wenn Sie merken, dass etwas nicht stimmt
Oft fängt es mit kleinen Hinweisen an. Besuche werden abgesagt, die Tür öffnet sich nur einen Spalt, oder Sie werden nicht mehr in die Wohnung gebeten. Irgendwann sehen Sie selbst, dass Flur und Zimmer kaum noch begehbar sind. Viele Angehörige reagieren in diesem Moment erschrocken, manchmal auch verärgert. Beides ist verständlich, hilft aber selten weiter.
Im Internet ist bei solchen Wohnungen schnell von einer Messie-Wohnung die Rede. Für den betroffenen Menschen klingt dieses Wort oft verletzend. Im Gespräch mit ihm ist es besser, die Situation sachlich zu beschreiben und auf Etiketten zu verzichten. Sprechen Sie zum Beispiel von zu vielen Sachen oder von Zimmern, in denen man sich kaum noch bewegen kann.
Warum Vorwürfe nicht weiterhelfen
Hinter einer stark vollgestellten Wohnung stehen oft Belastungen, die von außen nicht zu sehen sind. Wer mit Vorwürfen kommt, erreicht meist das Gegenteil von dem, was er möchte. Der Mensch zieht sich zurück und verteidigt seine Sachen umso mehr. Ein ruhiger Ton und echtes Interesse an seiner Sicht öffnen eher eine Tür. Ob gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen, kann nur eine Fachperson beurteilen, etwa ein Arzt oder eine Beratungsstelle.
Hilfreich ist auch, sich vorher klarzumachen, was Sie selbst leisten können und wollen. Wer sich übernimmt, ist nach wenigen Wochen erschöpft. Besser ist eine Unterstützung, die Sie über längere Zeit durchhalten, auch wenn sie kleiner ausfällt.
Das erste Gespräch vorbereiten
Wählen Sie einen ruhigen Moment und nehmen Sie sich Zeit. Sprechen Sie von Ihren eigenen Sorgen statt von den Fehlern des anderen. Ein Satz wie „Ich mache mir Sorgen, dass du stürzt“ kommt anders an als „So kann man doch nicht leben“. Fragen Sie, was Ihr Angehöriger selbst ändern möchte und wobei er sich Hilfe vorstellen kann.
Kleine Schritte statt großer Pläne
Selten gelingt es, alles auf einmal zu lösen. Oft ist es leichter, mit einem einzelnen Raum zu beginnen, etwa mit dem Flur oder der Küche. Ein erster sichtbarer Erfolg kann Mut machen. Drängen Sie nicht auf einen festen Termin, solange Ihr Angehöriger noch nicht bereit ist. Ohne seine Zustimmung sollten Sie keine Räumung veranlassen, solange er selbst über seine Wohnung entscheiden kann.
Gibt es bereits einen rechtlichen Betreuer, kann er je nach Aufgabenbereich ein wichtiger Ansprechpartner sein. Unterstützung und Rat bekommen Sie außerdem bei Beratungsstellen oder beim Hausarzt Ihres Angehörigen, sofern er damit einverstanden ist.
Rechnen Sie damit, dass das erste Gespräch nicht sofort zu einer Lösung führt. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis Ihr Angehöriger Hilfe annehmen kann. Bleiben Sie freundlich und beharrlich, auch wenn Sie zunächst auf Ablehnung stoßen. Jedes Gespräch, das ohne Streit endet, ist ein kleiner Fortschritt.
Bieten Sie konkrete Hilfe an, zum Beispiel einen gemeinsamen Termin für eine unverbindliche Besichtigung. Ein Fremder, der nicht urteilt, wird manchmal leichter akzeptiert als die eigene Familie.
Wie wir Angehörige bei der Räumung unterstützen
Wenn Ihr Angehöriger bereit ist, kommen wir zu einer kostenlosen Besichtigung. Wir sehen uns die Wohnung an, ohne zu kommentieren, und sprechen mit allen Beteiligten auf Augenhöhe. Danach erhalten Sie ein schriftliches Angebot, in dem jede Leistung beschrieben ist. Wie wir dabei vorgehen, lesen Sie auf unserer Seite Messie-Wohnung entrümpeln.
Mitentscheiden statt übergangen werden
Lebt Ihr Angehöriger weiter in der Wohnung, beziehen wir ihn so weit wie möglich ein. Er entscheidet mit, welche Dinge bleiben und welche gehen. Persönliche Dokumente, Fotos und Geld, die wir beim Sortieren finden, legen wir zur Seite. Wer möchte, kann einzelne Kisten in Ruhe selbst durchsehen, bevor sie abtransportiert werden. In belasteten Räumen tragen wir Schutzkleidung. Sind Schimmel oder Ungeziefer vorhanden, sprechen wir offen an, dass dafür ein Fachbetrieb hinzugezogen werden sollte.
Für die Räumung einer Messie-Wohnung braucht es neben Erfahrung im Sortieren auch Takt. Wir arbeiten ruhig und zügig, damit möglichst wenig Aufmerksamkeit im Haus entsteht. Oliver Hobiger bleibt dabei Ihr fester Ansprechpartner, vom ersten Anruf bis zur besenreinen Übergabe. Termine sind oft kurzfristig möglich, je nach Auslastung. Wichtiger als Tempo ist uns aber, dass Ihr Angehöriger den Schritt mitgeht.
Nach der Räumung beginnt für viele Betroffene ein neuer Abschnitt. Bleiben Sie in Kontakt und schauen Sie regelmäßig vorbei, ohne zu kontrollieren. Das Gefühl, nicht allein zu sein, hilft oft mehr als jeder gut gemeinte Ratschlag. Und falls es wieder schwieriger wird, wissen Sie beide, dass es Wege gibt, Hilfe zu holen.
Übersicht
So läuft die Räumung später ab
Ist der erste Schritt getan, folgt die Räumung in einer festen Reihenfolge. Die Grafik zeigt die Schritte und wo gegebenenfalls ein Fachbetrieb übernimmt.
Häufige Fragen von Angehörigen
Was tun, wenn mein Angehöriger keine Hilfe möchte?
Dann sollten Sie ihn nicht übergehen. Bleiben Sie im Kontakt und bieten Sie Ihre Hilfe immer wieder an. Beratungsstellen können Ihnen sagen, welche Unterstützung in Ihrer Situation möglich ist.
Kann ich die Räumung für meine Mutter beauftragen?
Das ist möglich, wenn sie zustimmt oder Sie dazu befugt sind, etwa als Betreuer mit passendem Aufgabenbereich. Wir klären diese Frage vor der Räumung, um alle Beteiligten zu schützen.
Wird bei der Besichtigung über den Zustand geurteilt?
Nein. Wir sehen uns die Wohnung sachlich an, um Menge und Aufwand einzuschätzen. Kommentare oder Vorwürfe gibt es bei uns nicht. Ihr Angehöriger soll sich bei dem Termin nicht vorgeführt fühlen.
Was kostet die Räumung einer Messie-Wohnung?
Das hängt von Menge, Zustand, Zugang und Entsorgungsaufwand ab. Telefonpreise nennen wir nicht. Nach der kostenlosen Besichtigung erhalten Sie ein schriftliches Angebot mit klarer Leistungsbeschreibung.
Mehr aus unserem Ratgeber
Kostenlose Besichtigung und unverbindliches Angebot unter 0176 11001112 oder per Nachricht.

